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Gemeinschaftskunde

Allgemeines

Das Fach Gemeinschaftskunde beginnt in Klasse 8 und wird in den Klassen 9 und 10 fortgesetzt.  Es beinhaltet die Bereiche Gesellschaft, Recht, politisches System und internationale Beziehungen. Das Fach wird zweistündig unterrichtet.

In der Kursstufe wird das Fach einstündig unterrichtet (zwei Halbjahre mit jeweils zwei Stunden wöchentlich). Das vierstündige Neigungsfach (fakultativ, ab September 2019 Leistungskurs mit fünf Stunden) kann als schriftliches Abiturfach gewählt werden.

Das Fach leistet einen grundlegenden Beitrag zu den Leitperspektiven des neuen Bildungsplans 2016 (vgl. Bildungsplan Gemeinschaftskunde, S. 3 f.):

Leitperspektiven und Beitag des Faches / Beispiele

  • Bildung für nachhaltige Entwicklung

    Förderung von Frieden – Thematisierung von Ungleichheit
  • Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt

    Umgang mit Minderheiten – interkultureller Dialog – Achtung der Menschenwürde
  • Berufliche Orientierung

    Auseinandersetzungen mit vielfältigen Problemlagen als Anregungen für berufliche Orientierungen, u.a. Digitalisierung, Genderproblematik
  • Medienbildung

    Chancen und Probleme der Mediengesellschaft - Digitale Medien als gesellschaftliche Herausforderung
  • Verbraucherbildung

    Selbstbestimmt und verantwortungsvoll handelnder Verbraucher

Lernprozessbezogene Perspektiven

Das Fach zielt darauf ab, im Kompetenzerwerb der Schüler (innen) eine Progression widerzuspiegeln: „Dazu werden im Bildungsplan individuelle, öffentliche und systemische Perspektive unterschieden. Die Perspektiven werden als entwicklungslogische Niveaus verstanden“ (Bildungsplan 2016 Gemeinschaftskunde, S. 5).

Perspektiven Kurzübersicht

  • Individuelle Perspektive

    Berücksichtigung eigener Interessen und der Interessen des sozialen Umfeldes
  • Öffentliche Perspektive

    Berücksichtigung der Interessen und Werte weiterer Akteure
  • Systemische Perspektive

    Sozialwissenschaftliche Theorien und Modelle rücken in den Mittelpunkt

Wissensvermittlung und Wissensbegriff

Wissen hat gegenüber dem Kompetenzererb eine dienende Funktion: „Ziel des Unterrichts muss es sein, die Wissensbestände der Schülerinnen und Schüler qualitativ zu erhöhen, quantitativ weiterzuentwickeln…Der Aufbau von Fachwissen dient dem Erwerb von konzeptuellem Wissen und nicht dem reinen Faktenwissen“ (Bildungsplan 2016, Gemeinschaftskunde, S. 7).

Konzeptuelles Wissen zeichnet sich dadurch aus, „dass es von konkreten Erfahrungen absieht und stattdessen deren Merkmale und Kennzeichen kategorisiert“ (Bildungsplan 2016, Gemeinschaftskunde, S. 7).

Spiralcurricularer Ansatz

Die Schüler (innen) werden im „Laufe der Jahre mit immer komplexeren Fragestellungen konfrontiert. Bei der Urteilsbildung müssen sie sich zunehmend mit anspruchsvolleren Fragestellungen auseinandersetzen, dabei zunehmend unterschiedliche Perspektiven berücksichtigen…“ (Bildungsplan 2016, Gemeinschaftskunde, S. 7).

Basiskonzepte

Die Inhalte des Bildungsplans Gemeinschaftskunde orientieren sich an den sog. Basis- konzepten. Hierbei handelt es sich um grundlegende Vorstellungen, die für politisches Wissen prägend und strukturbildend sind.

Die für Gemeinschaftskunde relevanten Kenntnisse/Kompetenzen sind an sechs Basiskonzepten orientiert:

Basiskonzepte mit Bedeutung

  • Macht/Entscheidung

    Auf Entscheidungen Einfluss nehmen
  • Ordnung/Struktur

    Vielfalt der Ordnungen; Teilsysteme
  • Regeln/Recht

    Verrechtlichungen
  • Interessen/Gemeinwohl

    Wertvorstellungen, Grundwerte
  • Privatheit/Öffentlichkeit

    Abgrenzung, Schutz der Privatsphäre
  • Knappheit/Verteilung

    Ressourcenbegrenztheit, Spannungen

Grundlegende Inhalte

Gemeinschaftskunde Klassen 8/9/10

  • Gesellschaft: Familie - Zuwanderung - Sozialstaat
  • Recht: Rechtliche Stellung des Jugendlichen - Rechtsordnung - Strafprozess - Grundrechte Politisches System: Mitwirkung in der Schule - Politik in der Gemeinde – Politische Willensbildung - Politischer Entscheidungsprozess - Kontrolle politischer Herrschaft
  • Internationale Beziehungen: Frieden und Menschenrechte - EU

Gemeinschaftskunde Klassen 11/12 (einstündig)

  • Internationale Beziehungen: Grundlagen incl. UNO, NATO, NGOs - deutsche Außenpolitik - Globales Regieren
  • Politisches System der Bundesrepublik: politische Teilhabe - Gesetzgebung und Regieren

Gemeinschaftskunde Klassen 11/12 (Neigungsfach, vierstündig)

  • Gesellschaft: Gesellschaftsstruktur und gesellschaftlicher Wandel - Sozialstaat - Politik der Chancengleichheit
  • Politisches System: Grundlagen - politische Teilhabe - Gesetzgebung und Regieren – Kontrolle politischer Herrschaft
  • Wirtschaftspolitik: Grundlagen – Wohlstand und Wirtschaftswachstum - Aufgaben nationaler/europäischer Wirtschaftspolitik (Beschäftigungspolitik, Geldpolitik, Fiskalpolitik) Internationale Beziehungen: Grundlagen des internationalen Systems -
  • Frieden und Sicherheit – Wohlstand und Wohlstandsverteilung – Welthandelsordnung – deutsche Außenpolitik – Globales Regieren