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Computer-Spiele in der Schule?

Die Ethik-Exkursion ins ZKM Karlsruhe

Am vergangenen Mittwoch nahm die Ethik-Klasse der Stufe 10 den weiten Weg nach Karlsruhe auf sich, um das ZKM – Zentrum für Kunst und Medien – besuchen zu können.

Das Museum der Kulturinstitution nimmt im internationalen Vergleich dahingehend eine Sonderrolle ein, dass es das erste seiner Art war, das versucht, seine Ausstellungen rund um die Schnittstelle zwischen Kunst, Digitalisierung, Wissenschaft und Interaktion mit den Besucher*innen entstehen zu lassen. Genau dadurch konnte sich die Einrichtung aktuell den vierten Rang der weltweit besten Museen sichern – hinter dem MoMA in New York, der Biennale Venedigs und dem Pariser Centre Pompidou.

Und besonders in eben jenen Raum der Interaktion und des Austauschs mit den Werken traten auch die Schülerinnen und Schüler des Schubart Gymnasiums. Im Rahmen einer Unterrichtseinheit, die sich mit ‚Serious Games‘ – einer besonderen Form von Computerspielen, bei denen der Unterhaltungswert bisweilen in den Hintergrund rückt und – im Falle der Ethik-Klasse – moralische Probleme und Entscheidungen, die sich im Themenbereich „Flucht und Migration“ eröffnen, ausgehandelt werden müssen, beschäftigt, setzte sich die Gruppe in den letzten drei Wochen kritisch mit dem Medium „Computerspiel“ im Ethik-Unterricht auseinander.

In diesem Kontext konnte die Exkursion die Einheit in besonderer Weise abrunden. In einer interaktiven Führung wurde die Klasse zuerst mit der Ausstellung „Gameplay – the next level“ vertraut gemacht, um dann selbst Teil davon zu werden. An der „Democracy Machine“ mussten sie politische Meinungsverschiedenheiten gemeinsam und argumentativ klären. An anderer Stelle versetzten sie sich beispielsweise in Sisyphos, indem Sie selbst (analog) einen überdimensionalen Stein in Bewegung setzten, was dann digital verarbeitet wurde. Die Aussichtlosigkeit, den Stein auf die Spitze des Berges zu manövrieren, soll dabei sozusagen selbst erlebt werden – eine Form der Bewusstwerdung, die über die Lektüre oder Erzählung hinausgehen möchte. Im weiteren Verlauf der Führung sollten sich die Lernenden in Spieleentwickler*innen von ‚Serious Games‘ hineindenken und selbstständig Ideen sammeln – samt Spielwelt, -regeln, Story, Spielfigur oder Feedbacksystem miteinzubeziehen. Dadurch wurde „das Computerspiel“ als Medium noch tiefer beleuchtet, die hierfür wichtigen Begriffe konnten wiederholt oder geklärt werden und die Mechanismen und Auswirkungen des Mediums wurden den Schülerinnen und Schüler noch klarer. Die Ideen, die aus der Klasse kamen, konnten sich dabei mehr als sehen lassen. Im Anschluss an die Führung und einer kurzen Verschnaufpause in der Ausstellung „Open Codes“ und dem hierfür errichteten „Openhub“, in der freies Obst und Getränke angeboten werden, hatten die Schülerinnen und Schüler noch Zeit, selbstständig das Museum und insbesondere die „Gameplay“-Ausstellung zu erkunden, bevor zum Nachmittag hin und nach einer wohlverdienten Stärkung die Heimreise nach Ulm anstand.

Ein ereignisreicher Tag, der den Erfahrungshorizont von allen Teilnehmenden erweitert zu haben scheint und als Anstoß für weitere Diskussionen angesehen werden kann.